Open Telekom Cloud für Geschäftskunden

Crisp Research: „Die Verteilung im Cloudmarkt fängt gerade erst an“

von Redaktion

Ob proprietär oder Open Source: Public-Cloud-Anbieter buhlen mit unterschiedlichen Systemen und verschiedenen Ansätzen um Geschäftskunden. Und während manche den Markt bereits für verteilt halten, erwartet Steve Janata noch große Veränderungen. Warum er so denkt und worauf es bei einem Cloud-Anbieter ankommt, verrät der COO von Crisp Research im Interview.

Portrait von Steve Janata, COO von Crisp Research
Erwartet Veränderungen im Cloudmarkt: Steve Janata, COO von Crisp Research
 

Herr Janata, Crisp Research befasst sich schon seit langem unter anderem mit der Bewertung von Cloud-Anbietern. Was macht ein gutes Public-Cloud-Angebot Ihrer Ansicht nach aus?

Steve Janata: Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Denn das hängt unter anderem vom Einsatzzweck, von den Unternehmen und von den Workloads ab, für die eine Cloud gedacht ist. Da gibt es die verschiedensten Szenarien.

Zum Beispiel?

Steve Janata: Nehmen Sie den Betrieb einer Website: Da kommt es für Kunden vor allem auf den Preis an. Bei komplexen IoT-Projekten wiederum ist der Preis weniger relevant. Da stellen sich Fragen wie: Gibt es ein Angebot zum Management von Containern? Welche Rolle spielt Serverless Computing? Wie ist der Netzwerkdurchsatz? Und wie die globale Verfügbarkeit? Ob ein Cloud-Anbieter für einen Kunden gut oder schlecht ist, hängt vielmehr davon ab, wie viele unterschiedliche Arten von Workloads ein Anbieter auf einer Cloud betreiben kann. Grundsätzlich gibt es aber keine Cloud, mit der alles optimal zu lösen wäre. Das erkennt man unter anderem schon daran, dass sich die Marktanteile auf verschiedene Player aufteilen. Jede Cloud hat ihre Stärken.

Wie bewerten Sie die Open Telekom Cloud in diesem Kontext?

Steve Janata: Stärken der Open Telekom Cloud liegen um einen im Preis-Performance-Verhältnis. Und zum anderen, wenn es um Workloads geht, die mit restriktiven Datenschutz zu tun haben. Gewisse Verticals wie zum Beispiel aus dem öffentlichen Sektor sind dort besonders gut aufgehoben. Aber wir wissen aus Befragungen und aus unseren Kundenprojekten: Keiner fährt eine reine Single-Vendor-Strategie in Sachen Public Cloud. Multi-Cloud-Umgebungen sind das Mittel der Wahl, um optimal für jede Anforderung eine Lösung zu finden. Das heißt, die meisten, die die Open Telekom Cloud verwenden, nutzen diese zusätzlich zu anderen Cloud-Diensten und -Services anderer Anbieter.

Die Open Telekom Cloud gibt es seit 2016 und ist damit recht neu am Markt. Zu diesem Zeitpunkt schienen die Marktführer das Rennen um die Gunst ihrer Kunden bereits unter sich auszumachen. Hat die Telekom es geschafft, sich als Alternative zu den Hyperscalern aus Übersee zu positionieren?

Steve Janata: Da möchte ich widersprechen: Meines Erachtens ist der Markt bis heute nicht ausgemacht. Und war es damals auch nicht. Jetzt fängt die wirkliche Marktverteilung erst an! Denn wir sind aktuell an einem Punkt, an dem die großen Konzerne sich mit ihren großen Workloads in Richtung Cloud entwickeln. Daraus sind große Verschiebungen in den Marktanteilen zu erwarten. Gerade, wenn man die globale Verteilung anschaut, wird sich da noch einiges ändern. AWS wird zum Beispiel noch  Marktanteile einbüßen. Das heißt: Der Markt ist nicht verteilt, da wird in den kommenden zwei bis drei Jahren noch viel passieren.

Welche Rolle spielt die Open Telekom Cloud dabei?

Steve Janata: Wenn man heute mit einem derartigen Angebot auf den Markt käme, dann wäre es wohl zu spät. Aber vor zwei Jahren war das anders. Denn da hat das Thema Cloud-Adoption in Deutschland erst so richtig Fahrt aufgenommen. Darum war die Open Telekom Cloud genau zum richtigen Zeitpunkt da. Und sie stellt meines Erachtens eine echte Alternative dar, insbesondere aufgrund der technologischen Basis OpenStack. Man hat zwar bis heute noch keine Parität mit den großen Anwendern geschaffen, aber man hat es geschafft, eine Cloud am deutschen Markt zu etablieren. Das hätten viele seinerzeit nicht für möglich gehalten.

Warum nicht? Gerade sagten sie noch, der Zeitpunkt für ein neues Cloud-Angebot war genau richtig.

Steve Janata: Das stimmt, aber um eine Cloud am Markt zu platzieren, die auch tatsächlich von Anwendern in Betracht gezogen wird, sind bestimmte Voraussetzungen unabdingbar. Dazu zählt, dass die Technologie ernst zu nehmen ist und dass es eine klare Roadmap gibt. 

Warum ist die Technologie so wichtig?

Steve Janata: Für Unternehmen ist die Entscheidung für einen Cloud-Anbieter teuer und immer mit einem gewissen Risiko verbunden. Deshalb müssen sie sich darauf verlassen können, dass die Partnerschaft mit dem Cloud-Anbieter eine langfristige sein kann. Wir haben damals wie heute daran geglaubt, dass die Telekom zusammen mit ihrem Partner langfristig investiert. Das ist die Grundvoraussetzung für den Erfolg der Open Telekom Cloud. Darüber hinaus gibt es einen guten Markt für OpenStack und es gibt einen guten Markt für eine lokale Variante, die sich nach deutschen Standards in Sachen Datenschutz ausrichtet. Somit gibt es eine Existenzberechtigung. Und damit hat die Open Telekom Cloud einige der schwersten Hürden bereits genommen. Jetzt geht es darum, das Marktpotential, das man mit der Technologie und der Plattform geschaffen hat, auch tatsächlich zu heben.

Zur Person: Steve Janata von Crisp Research

Steve Janata ist COO und Senior Analyst des IT-Research- und Beratungsunternehmens Crisp Research AG. Seit mehr als 15 Jahren berät er als IT-Analyst namhafte Technologieunternehmen in Fragen des Strategie-, Portfolio- und Channel-Management. Seine Schwerpunktthemen sind Cloud Markt & Wettbewerb, Cloud Security und Cloud Ecosystems. Zuvor leitete er 8 Jahre lang gemeinsam mit Carlo Velten bei der Experton Group die „Cloud Computing & Innovation Practice“ und war Initiator des „Cloud Vendor Benchmark“.


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